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Opera Operata

 

Aktuelles Musiktheater im Gespräch

Ein Gemeinschaftsprojekt mit der Komischen Oper zu Berlin

Wer ein rechter Opernmacher sein will, sucht das Gespräch mit dem kritischen Zuschauer. Aus diesem Grunde bietet die Komische Oper zu Berlin der Lessing-Hochschule zu Berlin und „ἐργαστήριον“ eine Fortsetzung und weitere Vertiefung der Zusammenarbeit an, die mit dem Studium der aktuellen Inszenierungen von Händels „Orest“ , Dessaus „Lukullus“, Händels „Theseus“, Puccinis „La Bohème“, mit Mozarts „Zauberflöte“ und „Requiem“ sowie Christian Josts „Hamlet“ ausgesprochen erfolgreich angelaufen ist. „opera operata“ reflektiert die vielfältigen operativen Prozesse, die ein musiktheatralisches Werk von der ersten kreativen Idee des Librettisten und Komponisten an bis hin zur ultimativen Bühnenaufführung durchläuft. Der kooperative Diskurs umfasst neben einer gründlichen Werkeinführung das Gespräch mit Dirigent Regisseur, Bühnenbildner und Dramaturg, eine Besichtigung der Kulissen sowie das kritische Gespräch nach der Vorstellung , woran auch die Sänger und Schauspieler beteiligt sind. Diesmal laden wir Sie herzlich zu einem weiteren Projekt ein: zu der brandaktuellen Neuinszenierung der Oper „Lear“ von Aribert Reimann.

LEAR

Oper in zwei Teilen von Aribert Reimann
Libretto von Claus H. Henneberg nach William Shakespeare


Musikalische Leitung ... Carl St. Clair
Inszenierung ...
Hans Neuenfels
Bühnenbild ... Hansjörg Hartung
Kostüme ...
Elina Schnizler
Dramaturgie ...
Ingo Gerlach
Chöre ...
Robert Heimann
Licht ...
Franck Evin
König Lear ...
Tómas Tómasson
König von Frankreich ...
Tilmann Rönnebeck
Herzog von Albany ...
Hans Gröning
Herzog von Cornwall ...
Christoph Späth
Graf von Kent ...
Thomas Ebenstein
Graf von Gloster ...
Jens Larsen
Edgar, Sohn Glosters ... Martin Wölfel
Edmund, Bastard Glosters ... John Daszak
Goneril ...
Irmgard Vilsmaier
Regan ...
Erika Roos
Cordelia ...
Caroline Melzer
Narr ... Elisabeth Trissenaar


Der König ist müde. Er will die Regierungsgeschäfte an seine Töchter abgeben – und dann eigentlich nur noch in Ruhe sterben. Unglücklicherweise verquickt er die Aufteilung des Reiches mit dem Aufruf zu einer öffentlichen Liebesbekundung. Die aufrichtig liebende Tochter Cordelia findet in diesem Wettbewerb keine Worte und bleibt weit hinter ihren zwei erfolgreich heuchelnden Schwestern zurück. Lear durchschaut den Trug nicht, gerät in Zorn und enterbt die vermeintlich undankbare Cordelia. Anstatt sich nun auf sein Altenteil zurückziehen zu können, wird der abgedankte König seinerseits von den machthungrigen Töchtern verjagt. In Begleitung eines Getreuen und eines Narren flüchtet er sich in die Heide und in den Wahnsinn. Die Intrigen um das Königreich weiten sich zu einem blutigen Bürgerkrieg aus, und erst der sterbende Lear begreift, die tote Cordelia im Arm, was mit ihm geschehen ist und was er getan hat. Mit »Lear« schuf der Berliner Komponist Aribert Reimann eine der bedeutendsten Opern des vergangenen Jahrhunderts. Shakespeares monumentale Tragödie um den greisen König und die parallel – in der Oper sogar simultan – geführte Handlung um die zwei Söhne des Grafen Gloster werden bei Reimann zur erschütternden Schilderung einer zerklüfteten Seelenlandschaft. Die unmittelbare theatralische Wirkungskraft verdankt »Lear« einer expressiven Tonsprache, die das leidende Subjekt ins Zentrum stellt. Der Brutalität und dem Wahnsinn der Gesellschaft und ihren scheinbar unausweichlichen Mechanismen stellt sich am Ende ein bewegender Appell an die Humanität entgegen: »Weint! Weint! Weint! Ihr seid Menschen aus Stein!«   

                                                         
5 Termine montags 18-20 Uhr: 2.11., 9.11., 16.11., 23.11. und 30.11.2009.
„Lear, King Lear“ - Eine Einführung in den mythologischen Stoff, in die Tragödie von William Shakespeare und in die Oper von Aribert Reimann.
Ort: Lessing-Hochschule zu Berlin (Dahlem, Podbielskiallee 54)
Gebühr: 12.50 Euro pro Abend.


Sonntag 8. November 2009, 12.00 Uhr
Einführungsmatinee im Foyer der Komischen Oper. Gespräch mit dem Regieteam (Regisseur Hans Neuenfels) und den Sängern. Moderation: Ingo Gerlach  (gratis).


Samstag, 5. Dezember 2009    
16 Uhr        Kulissenbesuch (5 Euro)
17.15 Uhr   Dramaturgengespräch mit Ingo Gerlach im Künstlercasino (gratis)
19.30 Uhr    Aufführung „Lear“ von Aribert Reimann (22 Euro)
22.00 Uhr    Publikumsnachgespräch im Foyer der Komischen Oper