Kleine Texte von Anaximander, Heraklit und Parmenides in der Interpretation Friedrich Nietzsches und Martin Heideggers
In der Philosophiegeschichte zählt man Anaximander aus Milet, Heraklit aus Ephesus und Parmenides aus Elea gemeinhin zu den sogenannten „Vorsokratikern“. Mit dieser Bezeichnung wird nahe gelegt, dass das eigentliche Philosophieren erst mit Sokrates, dem Lehrer Platons, begonnen habe und alles Andere ein bloßes Vorspiel dazu gewesen sei.Doch gibt es kaum einen gewichtigeren Irrtum als diesen. An winzigen uns erhaltenen Textsplittern der frühesten griechischen Philosophen werden wir die Kraft eines Denkens erleben, welches sich als Denken selbst erfasst und damit zu einer eigenen Tat wird: zur Tat des Logos. Unser mikroskopisches Lesen erweitern wir mit den wegweisenden interpretatorischen Beiträgen, die Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger im Kontext ihrer eigenen Philosophie zu den ersten Zeugnissen selbsttätigen Denkens geleistet haben.
Folgende Texte werden den TeilnehmerInnen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt:
Eine Auswahl aus den Fragmenten von Anaximander, Heraklit und Parmenides.
Friedrich Nietzsche: Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen, 1874.
Martin Heidegger:
Der Spruch des Anaximander, 1938.
Aletheia (Heraklit Fragment 16), 1943.
Logos (Heraklit Fragment 50), 1944.
Moira (Parmenides, Fragment VIII, 34-41), 1954.
4.11., 11.11., 18.11., 25.11., 2.12, 9.12. und 16.12. 2009
Gebühr pro Abend: 10 Euro
Ort: Ferdinandstraße 21.
Nietzsche und die Musik -
Von der Geburt einer Philosophie aus dem Geiste des Dionysos
Lerntet ihr nun mein Lied? Erriethet ihr, was es will?
Auf dem Büchermarkt finden sich zahllose Einführungen in die Philosophie Nietzsches. Jede dieser Annäherungen versucht, Werke, Briefe und Nachlass unter einem „Schlüssel-Aspekt“ zu beschreiben und zu erläutern, so etwa das exzellente Buch von Friedrich Kaulbach über „Nietzsches Idee einer Experimentalphilosophie“ (1982) oder Kurt Figals gut verständliche „Philosophische Einführung“ (1999), welche die Genesis des Nietzscheschen Denkens von seinen antiken Voraussetzungen her rekonstruiert. Dieser Kurs wählt die Musik, den Tanz, das Dionysische als das „primum movens“ der Denkbewegungen Nietzsches und verfolgt die unterirdische Goldader seines melodramatischen Denkens von der frühen Schrift „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ über den „Wanderer und sein(en) Schatten“ bis zum „Zarathustra“ und zu der finalen Signatur „Dionysos der Gekreuzigte“ in den letzten Briefen.
Zur vorbereitenden Lektüre bzw. zur Anschaffung empfohlen:
Friedrich Nietzsche:
Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1873)
Also sprach Zarathustra (1882-1884) (Beide Werke preisgünstig bei Reclam!).
Darüber hinaus wird den TeilnehmerInnen eine themen-spezifische Textsammlung zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt.